Streifengans --- Anser indicus


Die Streifengans lebt ursprünglich in Zentralasien. Als Zugvogel fliegt sie im Winter in den Süden und erreicht dabei Indien (daher der wissenschaftliche Name). In Deutschland gibt es an einigen Orten angesiedelte Streifengansgruppen. Die größte und älteste dieser Gruppen lebt in München. Sie geht auf Gänse zurück, die von Konrad Lorenz und seinen Mitarbeitern in Seewiesen gehalten wurden. Mittlerweile sind die Nachkommen dieser Gänse ins Stadtgebiet München gewechselt. Dort brüten sie alljährlich im Englischen Garten. Allerdings ist der Bruterfolg eher gering. Die letzte "echte" Seewiesener Streifengans wurde im Dezember 2001 im Englischen Garten bei einer Gänsejagd geschossen. Da die Streifengans keine Jagdzeit hat, war dieser Abschuß eine Straftat.

Seit 1998 haben wir etwa 60 Streifengänse (und 7 Streifenganshybride) beringt. Die meisten beringten Streifengänse gehören zur Münchener Streifenganspopulation. Aber auch in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen wurde diese Art von uns beringt. Die Streifengänse tragen Stahlringe der Beringungszentrale Hiddensee ("CA"+6Ziffern) und meist auch einen gelben Farbringe mit Inschrift (s. Foto).Von diesen beringten Gänsen liegen bisher fast 1.300 Wiederfunde vor (Stand 14.04.05). Dabei beträgt die weiteste Entfernung zwischen Beringungs- und Wiederfundort 603km (München - Niederlande).


Die Streifengans U69

Foto: webspecht (2004)


Wieder zwei Streifengänse im Englischen Garten in München geschossen
Am 7. Januar 2005 wurden bei einer Gesellschaftsjagd am Kleinhesseloher See im Englischen Garten in München zwei beringte Streifengänse geschossen. Da für Streifengänse nach Jagdzeitverordnung keine Jagdzeit festgesetzt ist, sind sie nach 22 des Bundesjagdgesetzes während des ganzen Jahres von der Jagd zu verschonen. Werden trotzdem Streifengänse geschossen, so ist dies selbst bei Fahrlässigkeit eine Straftat und kein Kavaliersdelikt. Da es sich beim Abschuß der Streifengänse um Wiederholungstaten handelt (und wir den Zuständigen auch bereits in den letzten Jahren über die Rechtslage informiert hatten), wurde diesmal Strafanzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft gestellt. Die Jagd wurde von der Verwaltung des Englischen Gartens angesetzt. Die Begründungen für diese Jagden in dem befriedeten Bezirk, in dem eigentlich die Jagd ruhen soll, erschienen (vorsichtig formuliert) wenig fundiert.


Portrait einer adulten Streifengans

Foto: Gerigk (2005)

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letzte Änderung dieser Seite : 14.04.05